Corona-Nothilfefonds unterstützt jetzt schon 43 Studierende

Corona-Nothilfefonds unterstützt jetzt schon 43 Studierende

Sparkasse Mittelsachsen übergibt Gutscheine für den Einkauf in Mittweidaer Geschäften.

Gutscheine für den lokalen Einkauf als Teil eines großen Hilfsfonds für Studierende: Holger Nerlich von der Sparkasse Mittelsachsen (links) übergibt an Dr. Julia Köhler und Gordon Guido Oswald von der Hochschule Mittweida.

Am 11. Juni übergab Holger Nerlich, Vorstand der Sparkasse Mittelsachsen, an Dr. Julia Köhler, Referentin für Internationalisierung, und Gordon Guido Oswald, Geschäftsführer des Studentenrats der Hochschule Mittweida, Gutscheine für den Einzelhandel in Mittweida im Wert von 1000 Euro. Die Gutscheine sind Teil eines 5000 Euro umfassenden Beitrags der Sparkasse Mittelsachsen für die „Erstausstattung“ des Corona-Nothilfefonds für Studierende der Hochschule Mittweida.

Viele Unterstützer der ersten Stunde

Den Nothilfefonds hatten Mitte Mai die Hochschulleitung gemeinsam mit dem Studentenrat und dem Studentenwerk ins Leben gerufen. Schon bald fanden sich neben der Sparkasse und dem Förderkreis Hochschule Mittweida e. V. weitere Unterstützer der ersten Stunden. Dem guten Beispiel folgten die Hochschul-Partnerunternehmen AMAK (Mittweida), EMBA Europäische Medien- und Businessakademie (Hamburg, Düsseldorf und Berlin), Campus M21 (München und Nürnberg), Ascenso Akademie (Palma de Mallorca) und EC Europa Campus (Mannheim, Karlsruhe, Frankfurt am Main) mit zusammen 28.000 Euro. Mit diesen Zuwendungen der Partner, weiteren Spenden hochschulnaher Institute und vielen privaten Einzelspenden von Beschäftigten, Absolventen, Studierenden und Bürgern verfügt der Nothilfefonds heute über ein Budget von rund 45.000 Euro.

„Wir sind glücklich, dass es uns gelungen ist, diesen Nothilfefonds auf den Weg zu bringen“, sagt Prof. Dr. Ludwig Hilmer, Rektor der Hochschule Mittweida. „Ich danke allen, die sich so schnell mit Beträgen beteiligt haben. Ein sehr guter Anfang für eine sehr gute Sache!“

Denn für zahlreiche von der Corona-Pandemie betroffene Studierende geht es buchstäblich um existenzbedrohliche Notlagen. Während der akademische Teil des Studiums an der Hochschule Mittweida überwiegend auf digitales Lernen umgestellt wurde und hier negative Folgen vermieden werden, ist die finanzielle Seite des Studiums für viele zum Problem mit Auswirkungen nicht allein auf die Fortsetzung des Studiums und den Studienerfolg geworden.

Internationale Studierende besonders von Corona betroffen

Es traf vor allem diejenigen, die bisher schon nicht über BAföG oder Stipendien gefördert werden. Viele haben ihren Nebenjob verloren. Neue Jobs sind meist zeitlich und räumlich nicht mit dem Studienalltag vereinbar. Eltern sind oft auch von den Auswirkungen der Corona-Krise betroffen und fallen als Unterstützer aus.

Die Grafik zeigt die Herkunft der Hilfe-Empfänger. 90 Prozent sind internationale Studierende in Mittweida.

Ausländische Studierende sind davon noch stärker getroffen, denn zu den oft höheren Lebensunterhaltungskosten in Deutschland kommen auch strengere arbeitsrechtliche Einschränkungen und die Nichtberechtigung für bestimmte Unterstützungsleistungen des Bundes hinzu. Das lässt auch die Rückzahlungsmöglichkeiten von zinslosen Darlehen in weite Ferne rücken, die die KfW und die Studentenwerke inzwischen gewähren.

Hilfe kommt an, Hilfe wird weiter benötigt

Innerhalb von wenigen Tagen nach Eröffnung des Fonds waren 26 Anträge eingegangen. Inzwischen konnte für 43 Studierende Unterstützung geleistet werden.

ie Gutscheine für Geschäfte in Mittweida nützen doppelt: den Betroffenen und den Händlern in der Hochschulstadt.

Unterstützung aus dem Fonds erhalten die Betroffenen für zunächst drei Monate und auf unterschiedliche Weise. So gibt es neben Geldleistungen (zum Beispiel für die Miete) auch sogenannte Freitische, also Essensgutscheine für die Mensa. Nicht nur die Studierenden, auch die regionale Wirtschaft profitiert. Einen Teil der Mittel werden wir in Form von Gutscheinen regionaler Geschäfte ausreichen. Das stärkt den Einzelhandel in der Stadt Mittweida“, so Tilo Mehner, Abteilungsdirektor Firmen- und Gewerbekunden bei der Sparkasse Mittelsachsen.

Studentenrat nimmt Spenden für den Corona-Nothilfefonds entgegen

Der Fonds ist heute zu zwei Dritteln ausgeschöpft. Die Hochschule Mittweida erwartet weitere Anträge von Betroffenen. Zudem ist noch nicht absehbar, wie lange über die ersten drei Monate hinaus die Hilfe nötig ist. Deshalb richten die Initiatoren ihren Spendenaufruf auch über die Hochschule hinaus: „Jeder Einzelne kann einen Beitrag leisten – ob Professor, Studierender, Elternteil. Diejenigen, die aktuell große Probleme haben, ihren Lebensunterhalt zu bestreiten, sind elementarer Bestandteil unserer Hochschulfamilie“, sagt Gordon Guido Oswald, Geschäftsführer des Studentenrats der Hochschule Mittweida. „Wir freuen uns über jede finanzielle Unterstützung – von Professorinnen und Professoren, Kommilitoninnen und Kommilitonen und natürlich auch von den Bürgerinnen und Bürgern unserer Hochschulstadt Mittweida, ihren Unternehmen und gemeinnützigen Initiativen.“

Die Spenden nimmt der Studentenrat der Hochschule Mittweida entgegen. Auch kleinere Beträge helfen:

Kontoinhaber: Studierendenschaft HS Mittweida
IBAN: DE21 8709 6124 0197 0816 60
BIC: GENODEF1MIW
Verwendungszweck: Corona-Nothilfefonds

Die Ausstellung von Spendenbestätigungen zur Vorlage beim Finanzamt ist möglich, wenn die Spender oder Spenderinnen zusätzlich dem Studentenrat ihre Adresse per E-Mail an stura@hs-mittweida.de mitteilen.

Der Weg zur individuellen Hilfe für Betroffene

Betroffene Studierende beantragen die Hilfe über ein Formular beim Studentenwerk Freiberg. Grundsätzlich erfolgt die individuelle Unterstützung aus dem Nothilfefonds nach Feststellung des Anspruchs über die Sozialberatung des Studentenwerks Freiberg. Hierbei wird geprüft, welche Hilfsform die aktuell praktikabelste Möglichkeit darstellt und welche andere Unterstützung gegebenenfalls vorrangig in Anspruch genommen werden kann. Durch die Bündelung aller Hilfsangebote beim Studentenwerk Freiberg ist gesichert, dass die Studierenden eine gute Beratung und einen Überblick der aktuellen Angebote bekommen.