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Studium Soziale Arbeit: Wissen mit Praxis verbinden

Studium Soziale Arbeit: Wissen mit Praxis verbinden

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Semesterübergreifende Praxisprojekte im Masterstudium Soziale Arbeit mit sozialen Einrichtungen in der Region. Ein Projekt findet Fortsetzung als Crossmedia-Kampagne der Medienstudierenden.

Das Foto zeigt vier Studentinnen Patricia, Rosa Clara, Friederike und Juliane vor einer Wand mit Forschungspostern.
Patricia, Rosa Clara, Friederike und Juliane (v.l.) haben während des Masterstudiums der Sozialen Arbeit an der Hochschule Mittweida in ihrem Praxisprojekt eine Zufriedenheitsstudie für die Mitarbeitenden einer Werkstatt für behinderte Menschen erstellt.

Mitarbeiterzufriedenheit in einer Werkstatt für Menschen mit Behinderung, Öffentlichkeitsarbeit für Freiwilligendienste – zwar steht immer der Mensch im Mittelpunkt der Sozialen Arbeit, und Akteure der Sozialen Arbeit sind oft Non-Profit-Organisationen (NPO), aber diese Organisationen stehen vor vergleichbaren Herausforderungen wie andere Unternehmen: Sie benötigen ein professionelles Management, sie müssen seriös wirtschaften, für die Zufriedenheit der Mitarbeitenden sorgen und mit einer zielgerichteten Öffentlichkeitsarbeit den Erfolg unterstützen.

„Beraten, Steuern und Leiten“ heißen die Studienfelder, die die Masterstudierenden der Sozialen Arbeit für diese und andere Herausforderungen ihres Berufsziels als Führungskräfte vorbereiten sollen. Das geschieht in Mittweida auch im Masterprogramm nicht nur in der Theorie. In einem über drei Studiensemester laufenden Praxisprojekt befassen sich die Studierenden intensiv mit der tatsächlichen Praxis, wenden die gelernten Methoden und Theorien an und gewinnen neue Erkenntnisse. Diese sind im Idealfall den Praxisorganisationen unmittelbar nützlich, mit denen sie zusammenarbeiten.

Zwei solcher Projekte hat in den vergangenen zwei Jahren Prof. Dr. Sebastian Noll mit seinen Studierenden des Mastermatrikels 2019 begleitet. In den vergangenen Wochen haben sie mit der Abgabe und Verteidigung ihrer Masterarbeiten erfolgreich ihr Studium abgeschlossen. In vielen Fällen gaben die Praxisprojekte den inhaltlichen Anstoß für das Thema der Masterarbeit, und diese hat von den Erfahrungen aus den Projekten profitiert.

Professor Noll blickt zurück: „Zu Beginn war es für die Studierenden herausfordernd, ihre Projekte in den Organisationen anzustoßen. Aber in beiden Projekten entwickelte sich eine gute Zusammenarbeit und die Organisationen können sich Dank der Ergebnisse weiterentwickeln. Dieser wichtige Part im Masterstudium bewährt sich für die Studierenden jedes Jahrgangs.“

Win-win-Situation für Studierende und Praxispartner

Vier Studentinnen führten eine Zufriedenheitsbefragung für die Lebenshilfe Mittweida e.V. durch. In deren Werkstatt für Menschen mit Behinderung arbeiten rund 250 Beschäftigte. Eine hohe Zufriedenheit dieser Mitarbeitenden ist Teil des Auftrags und Anspruchs der Einrichtung, ein Angebot für Menschen mit Behinderung zu schaffen, das die Nachteile ihrer Behinderung bei der Arbeit möglichst ausgleicht. Die Studentinnen besuchten mehrmals die Werkstatt, um Arbeit und Abläufe kennen zu lernen. Dann entwickelten sie zusammen mit den Verantwortlichen Fragebögen für die verschiedenen Arbeitsbereiche – auch in Varianten in Leichter Sprache – sowie einen Fragebogen für Betreuende. Die Ergebnisse zu Themen wie Arbeitsbedingungen, soziale Kontakte oder berufliche Entwicklung geben der Lebenshilfe wichtige Rückmeldungen und Hinweise. Daher wird die Befragung zukünftig fixes Instrument des Qualitätsmanagements sein.

Die Corona-Pandemie erschwerte und verzögerte die Projektarbeit. Aber auch das gehört zu Praxiserfahrung, mit Problemen umzugehen und Lösungen zu finden. Das erfuhr auch das zweite Projektteam aus vier weiteren Studentinnen.

Mit dem Freiwilligenzentrum Chemnitz (FWZ) des Caritasverband für Chemnitz und Umgebung e.V. als Praxispartner konzentrierten sie sich auf dessen Öffentlichkeitsarbeit und die Erarbeitung von passenden Strategien dafür. Das FWZ ist eine Kontaktstelle für freiwilliges Engagement in Chemnitz. Es bringt ehrenamtlich Engagierte mit Vereinen und Projekten zusammen. Öffentlichkeitsarbeit hat so mehrere Zielgruppen: zum einen Menschen unterschiedlichen Alters für die ehrenamtliche Tätigkeit zu gewinnen und zum anderen Organisationen anzusprechen, die Ehrenamtliche suchen und dafür auf das FWZ setzen sollen. In einer umfangreichen SWOT-Analyse (Stärken-Schwächen-Chancen-Gefahren-Analyse) verband das Projekt die Stärken und Schwächen der bestehenden Öffentlichkeitsarbeit mit den Chancen und Gefahren, die sich für das FWZ aus seinem Umfeld ergeben. Aus den Analyseergebnissen wurden jeweils altersspezifische Strategien und Instrumente für die Öffentlichkeitsarbeit abgeleitet.

Doreen Föniger, eine der Studentinnen aus dem Projekt, bestätigt: „Ich bin sehr zufrieden mit dem Ergebnis, vor allem weil das FWZ die erarbeiteten Strategien umsetzt und daraus jetzt konkrete Maßnahmen der Öffentlichkeitsarbeit werden. Die Arbeit hat sich für beide Seiten gelohnt, eine Win-win-Situation sozusagen. Für mich persönlich ist zum Beispiel aus einem sonst vielleicht bald vergessenen theoretischen Studieninhalt wie der 'SWOT-Analyse' über die praktische und durch unseren Professor begleitete Anwendung im Projekt ein Instrument geworden, das ‚hängen bleibt‘ und auch später wieder einsetzbar ist.“

Bitte übernehmen: Medienstudierende setzen Strategien um

Diese strategischen Schlussfolgerungen in konkrete Maßnahmen für das FWZ umzusetzen, haben sich inzwischen weitere Studierende der Hochschule Mittweida unter Leitung von Frau Prof Dr. Tamara Huhle zur Aufgabe gemacht: Als Projektarbeit im Modul Crossmediale Kampagnen entwickeln zehn Medienmanagement-Studierende zurzeit eine crossmediale Kampagne für das FWZ und produzieren mit der Leitidee „Matche dein Ehrenamt“ einzelne Elemente dafür.

So entstehen zum Beispiel kurze Reels auf Instagram, Podcasts, City-Cards und eine eigens konzipierte Veranstaltung. Crossmedial ist eine Kampagne, wenn sie ihre Leitidee zielgruppengerecht über verschiedene Kanäle transportiert, also online und vernetzt über soziale Medien, Print, Video, Audio oder auch Events. Ziel ist immer, die Bekanntheit und den Erfolg der Organisation oder des Projekts zu erhöhen.

Jeannine Pohland, Verantwortliche für die Öffentlichkeitsarbeit beim FWZ, hat selbst Medienmanagement in Mittweida studiert und freut sich über die inzwischen „zweifache“ und sich ergänzende Zusammenarbeit mit den Studierenden aus zwei Fakultäten: „Es ist gut zu erleben, wie die Studierenden ihr vorhandenes Wissen und Können in die Praxis einbringen und hier Erfahrungen sammeln, die ihnen für die eigene berufliche Praxis nützlich sein werden. So profitieren beide Seiten von den Praxisprojekten während des Studiums.“

Soziale Arbeit an der Hochschule Mittweida studieren: nah an der Praxis, nah an den Menschen

Praxisprojekte während des Studiums gibt es auch schon im Bachelorstudiengang Soziale Arbeit. So haben Studierende in diesem Jahr zum Beispiel den 1. Mittweidaer Seniorenball organsiert, einen Fachtag „Kompetenz Demenz“ (1. und 2. November) vorbereitet und in Zusammenarbeit mit der Fakultät Ingenieurwissenschaften ein Outdoor-Technikcamp für Kinder durchgeführt.

Zum Studienangebot der Fakultät Soziale Arbeit.