Investitur

Investitur

HSMW-Top-News, HSMW-News

Professor Volker Tolkmitt feierlich ins Amt als Rektor der Hochschule Mittweida eingeführt

An die Kette gelegt: Professor Ludwig Hilmer legt seinem Nachfolger die Amtskette an: „Das ist jetzt Deine Hochschule.“ (Foto: André Wirsig)

Die Hochschule Mittweida feierte am 3. Juli 2023, die Amtseinführung ihres neuen Rektors, Professor Volker Tolkmitt. Viele Mitglieder der Mittweidaer Hochschulgemeinschaft aus Studium, Lehre, Forschung und Management, zahlreiche Vertreter:innen sächsischer und internationaler Hochschulen, der Wirtschaft und der Politik kamen am Nachmittag im spätgotischen Schiff der Evangelischen Stadtkirche „Unser Lieben Frauen“ zusammen.

„Tolkmittweida“

Die Vorsitzende des Hochschulrats, die sächsische Landtagsabgeordnete Iris Firmenich, leitete die Festveranstaltung ein, berichtete von den ersten Begegnungen mit Tolkmitts Vorgänger Professor Ludwig Hilmer und Tolkmitt selbst. Der ist ihr zuerst „als agiler Wirtschaftswissenschaftler mit starker Bindung zur Region aufgefallen“. In seiner Zeit als Prorektor Bildung hat er „das Mammutwerk Systemakkreditierung mit seiner Mannschaft mit Bravour gemeistert und damit eine wichtige Weiche für die Zukunft der Hochschule gestellt“.

In Anspielung auf Professor Reinhard Schmidt, den ersten Rektor der Hochschule nach der Wiedervereinigung, dessen Engagement für den Hochschulstandort im Wissenschaftsministerium für den Ausdruck „Schmidtweida“ sorgte, zeigte sich Firmenich gespannt, „ob demnächst in Dresden auch von ‚Tolkmittweida‘ gesprochen wird“.

Der Sächsische Wissenschaftsminister Sebastian Gemkow nahm die Amtseinführung von Professor Volker Tolkmitt vor und gratulierte: „Mit dem Amtsantritt hat ein neues Kapitel in der Geschichte der Hochschule Mittweida begonnen, die sich seit mehr als 150 Jahren durch ihren Innovationsgeist und ihren Erfindungsreichtum an geänderte Umstände anpasst. Ich wünsche Ihnen für die weitere Gestaltung der Hochschule viel Kraft und Erfolg.“

Im Interview mit dem MDR legte Gemkow noch einmal nach und präzisierte: „Mittweida ist als Hochschulstandort enorm wichtig – nicht nur für Sachsen, sondern auch überregional, weil Mittweida ein hervorragendes Profil in den letzten Jahrzehnten herausgebildet hat, das toll in unsere Zeit passt. Die Themen, die für unsere Gesellschaft von so großer Bedeutung sind, die werden hier gelebt.“

„Dann ist das Deine Hochschule“

Bevor Professor Ludwig Hilmer die Amtskette an seinen Nachfolger übergab, blickte er zurück, berichtete von vielen Menschen, die ihn seit 1994 als Professor, als Mediendekan und schließlich jungen aber über die längste Amtszeit verfügenden, Rektor in Mittweida begleitet haben, darunter den „Club der Altrektoren“ mit Reinhard Schmidt, Werner Totzauer und Lothar Otto, das „Rektorat als Lebensraum“, die Studierenden und die Spitzenportler, die „mir immer am Herzen liegen“, dann Oberbürgermeister und Landrat: „Wir sind die Hochschulstadt, um die uns alle beneiden“. 

Auch Ereignisse prägen: „Das 150-jährige Jubiläum war das Highlight in meinem Berufsleben“. Zu den „fliegenden Bauten“ gehören aber nicht nur das Jubiläums-Spiegelzelt im Jahr 2017, auch das Test- und Impfzelt auf dem Campus während der Coronapandemie oder die Flüchtlingsunterkunft in der Lothar-Otto-Sporthalle im Jahr 2015 stehen für die die Amtszeit zwischen 2012 und 2023 mitprägenden Ereignisse.

Die DNA der Hochschule Mittweida

Rektor Volker Tolkmitt betonte in seiner Antrittsrede im Blick auf seinen Vorgänger, dass aus dem einstigen Mentor, dem Ideen- und Impulsgeber der Ratgeber geworden sei – und schließlich derjenige, der nicht nur symbolisch die Amtskette weitergereicht hat. „Du hast die Hochschule nicht nur als Rektor mit der längsten Amtszeit äußerst erfolgreich gestaltet, sondern in fast 30 Jahren in vielerlei Hinsicht geprägt.“

Wie sich die Hochschule versteht, der Tolkmitt nun als Rektor vorsteht, beschreibt er als deren „DNA“: „Neugierig sein auf die Zukunft. Ausprobieren, und dabei die Dinge anders angehen als woanders. Weiterdenken: Das macht die Hochschule Mittweida aus. Das ist unsere DNA. Aus ihr entstehen Ideen für neue Studiengänge. Sie befördert Forschen und Erfinden. Sie schafft Gemeinschaft, auch wenn einmal etwas nicht gleich funktioniert.“

Diagnose Zukunftsfähigkeit

Zuvor hatte schon Festrednerin Professorin Marlies Mosiek-Müller der Hochschule Mittweida anhand von fünf Themen die Zukunftsfähigkeit attestiert: Internationalität, Nachhaltigkeit, Digitalisierung, Künstliche Intelligenz und Soziale Kompetenz. „Das Ergebnis meiner fünf Diagnosen lässt sich wie folgt kurz zusammenfassen: Die Hochschule Mittweida ist aktuell erfolgreich und zukunftsfähig, auch weil sie bereit ist, sich immer wieder neu zu erfinden.“

Mosiek-Müller kennt die Hochschule und ihren neuen Rektor gut. Die ehemalige Hessische Sozialministerin und Richterin am Bundessozialgericht war von 2010 bis 2020 Vorsitzende des Hochschulrats der Hochschule Mittweida. Sie sagte: „Da ich Volker Tolkmitt seit vielen Jahren mit seiner sympathischen und offenen und jugendlich wirkenden Art kenne und sehr schätze, weiß ich, dass er all seine Kraft, seine Energie und seinen Ehrgeiz einsetzt und einsetzen wird, um unsere Hochschule … in eine erfolgreiche Zukunft zu führen.“

Das Mittweidaer Modell

Samuel Frenzel, der neue Geschäftsführer für das Referat Öffentlichkeitsarbeit des Studierendenrats der Hochschule Mittweida, berichtete zunächst von seinem eigenen Ankommen in Mittweida, sprach dann aber im Namen aller Studierenden: „Jeder kommt irgendwo her und will irgendwo hin und hat dabei seine ganze eigene Geschichte zu erzählen. Jeder wird von Mittweida geformt und kann sich hier weiterentwickeln. Dabei kommt natürlich eine unglaubliche Vielfalt zustande – viele eigene Meinungen. Worüber sich aber alle oder zumindest die Mehrheit der Studierenden in Mittweida einig ist, ist dass das Mittweidaer Modell cool ist. Praxisnähe, Verantwortung, Gemeinschaft."

Frenzel weiter: „Hier kann man an den Dingen teilhaben, sei es das Radio, sei es TMM, sei es das Medienforum, die die Theorie anfassbar und begreifbar machen. … Dafür bin ich dankbar. … Die Hochschule Mittweida ist etwas ganz Besonderes. Mir persönlich ist sie viel wert, weil sie mir den Weg gezeigt hat.“

Kleiner, wilder, …

Bei der feierlichen „Begleitmusik“ in der Kirche gab es einige Überraschungen: Frank Czrener, Professor für Recht in der Sozialen Arbeit, spielte auf der Ladegast-Jehmlich- Orgel zu Einzug und Auszug, ließ dabei die neue Celesta der Stadtkirche erklingen. Die kann dank seines Kollegen Christian Schulz von der Fakultät Ingenieurwissenschaften über eine an der Hochschule entwickelte Elektronik auch vom Spieltisch der Orgel aus gespielt werden.

Ganz andere Töne, aber ebenfalls made in Mittweida, gab es am Schluss mit dem „Geschenk der Studierenden“: Eine vierköpfige Band interpretierte die neue Mittweida-Hymne, die als Persiflage auf den Partyschlager „Layla“ entstanden ist und als Liebeserklärung an die Hochschulstadt bundesweite Aufmerksamkeit genießt.

Der Investitur folgte ein Empfang für geladene Gäste im Lichthof des Carl-Georg Weitzel-Baus der HSMW. Ab 18 Uhr traf sich die Hochschulgemeinschaft in lockerer Atmosphäre auf dem Technikumplatz.

Nachzusehen ist die Investitur auf dem Youtube-Kanal der Hochschule Mittweida.

Rektor Prof. Dr. rer. oec. Volker Tolkmitt

Volker Tolkmitt (55) ist seit 15. Februar 2023 im Amt des Rektors der Hochschule Mittweida. Der Erweiterte Senat hatte ihn am 14. Dezember 2022 mit großer Mehrheit gewählt.

Prof. Dr. rer. oec. Volker Tolkmitt (55) hat VWL und BWL an der TU Berlin studiert und promovierte dort am Lehrstuhl für internationale Wirtschaftsbeziehungen über Europäische Integration und Finanzmärkte. Von 2000 bis 2006 war er Studienrichtungsleiter Bankwirtschaft an der Berufsakademie Sachsen, Staatliche Studienakademie Leipzig. Seit 2006 lehrt und forscht er auf der Professur „Allgemeine Betriebswirtschaft insb. Risiko- und Finanzmanagement“ an der Hochschule Mittweida und war von 2009 bis 2015 Dekan der Fakultät Wirtschaftswissenschaften (heute: Wirtschaftsingenieurwesen). Als Prorektor Bildung und stellvertretender Rektor ist er seit dem Jahr 2017 Mitglied der Hochschulleitung.