700 erfolgreiche Studienabschlüsse an der Hochschule Mittweida

700 erfolgreiche Studienabschlüsse an der Hochschule Mittweida

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Sachsens größte Hochschule für angewandte Wissenschaften feiert ihre Absolvent:innen des vergangenen Wintersemesters.

Geschafft! Die Hochschule liegt hinter den Absolvent:innen. (Foto: André Wirsig)

Mit 6.350 eingeschriebenen Studierenden zum Stichtag 1. November 2025 ist die Hochschule Mittweida (HSMW) laut amtlicher Statistik wieder vor der HTWK in Leipzig die größte der fünf sächsischen Hochschulen für angewandte Wissenschaften (HAW). Zudem ist die HSMW nach den Universitäten in Dresden, Leipzig und Chemnitz die viertgrößte Hochschule in Sachsen über alle Hochschultypen hinweg – noch vor der TU Bergakademie Freiberg.

Rektor Professor Volker Tolkmitt: „Wichtig ist, was hinter dem erfreulichen Spitzenplatz steckt: Dass wir uns trotz ungleicher Voraussetzungen gegenüber Hochschulen und Universitäten in den großen Städten so erfolgreich behaupten – mit besonderen Studiengängen und einmaligen Möglichkeiten, die Studierende, aber auch Lehrende und Forschende anziehen.“

Im Blick auf die Feierliche Exmatrikulation am heutigen Freitag, 29. Mai, ergänzte Tolkmitt: „Dass die Hochschule Mittweida übers Jahr durch Studienabschlüsse wieder kleiner wird, freut mich genauso. Denn das zeigt, dass wir unsere Kernaufgabe erfüllen: Menschen akademisch auszubilden und in eine berufliche oder weitere akademische Karriere zu entlassen.“

Akademischer Rausschmiss

Dieses Entlassen feiert die HSMW im Frühjahr und im Herbst eines Jahres, heißt dort augenzwinkernd „akademischer Rausschmiss“. Für die Feierliche Exmatrikulation heute hatten sich von 697 Absolvent:innen des vergangenen Wintersemesters rund 230 mit ihren Angehörigen angemeldet. Die Evangelische Stadtkirche war also erneut bis auf den letzten Platz gefüllt und auch das Wetter bot beste Bedingungen für ein strahlendes Hütewerfen auf dem Technikumplatz.

Unter den 697 Absolvent:innen des Wintersemesters sind 269 Frauen (39 Prozent) und 216 internationale ehemalige Studierende (31 Prozent) aus 30 Ländern. Die HSMW freut sich über 25 Doppelabschlüsse, darunter acht mit ihrer ukrainischen Partnerhochschule Odessa National Economic University (ONEU). Deren Rprorektor Professor Olexandr Litvinov überreichte seinen Absolvent:innen persönlich ihre Urkunden.

Meistvergebener Abschluss war der Bachelor (411). Der mit 21 Jahren jüngste Absolvent hat Business Management studiert, der älteste hat mit 57 Jahren seinen Abschluss in IT-Forensik/Cybercrime gemacht.

Wider Erwarten kam der Festredner ganz ohne Cybercrime aus: Professor Christian Hummert, Forschungsdirektor der bundeseigenen Agentur für Innovation in der Cybersicherheit GmbH – kurz Cyberagentur – ermutigte er die Absolvent:innen, ihren Weg zu gehen und auch das Scheitern nicht zu fürchten. „Die Angst vor dem Scheitern ist der wahre Feind der Kreativität“, zitierte er den Philosophen Charles Pépin(*1973). Und in neuen Versuchen „besser zu scheitern“ meint auch, so Hummert, dass „wir nach einem Streit nicht für immer gehen, sondern stehenbleiben, zuhören, uns erklären“.

Hummert war von 2015 bis 2018 Professor für IT-Sicherheit/Digitale Forensik an der HSMW und ist ihr heute als Honorarprofessor weiter verbunden.

Der symbolische „akademische Rausschmiss“ durch Rektor Volker Tolkmitt und die persönliche „Behütung“ der Absolvent:innen durch ihre ehemaligen Professor:innen waren die Höhepunkte der Feier. Anschließend zog die Festgemeinde durch die Stadt auf den Technikumplatz vor das Hauptgebäude der Hochschule, wo etwa die eben noch frisch aufgesetzten schwarzen Abschlusshüte in die Luft flogen.