Kooperieren beim Promovieren – neue Wege zur Promotion an Hochschulen für angewandte Wissenschaften

Kooperieren beim Promovieren – neue Wege zur Promotion an Hochschulen für angewandte Wissenschaften

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Die HSMW ist Gründungspartnerin des Promotionszentrums der Ernst-Abbe-Hochschule Jena. Der Schwerpunkt liegt auf Zukunftstechnologien für die Industrie in beiden Freistaaten.

Eine junge männliche Person steht strahlend vor eine Apparatur im Hintergrund. Im Vordergrund ist eine weitere männliche Person sitzend vor Monitoren zu sehen.

Schon bald können Nachwuchsforschende der Hochschule Mittweida (HSMW) am Promotionszentrum „Enabling Technologies for Industry, Health and Society“ der Ernst-Abbe-Hochschule Jena (EAH Jena) promovieren. Zwei Dinge sind daran ein Novum: Die EAH Jena hat jüngst als erste Hochschule für angewandte Wissenschaften (HAW) in Thüringen das Promotionsrecht über die Etablierung eines Promotionszentrums erhalten. Gleichzeitig ist die HSMW als sächsische HAW von Anfang an als Kooperationspartnerin für das entstehende Zentrum beteiligt. Wissenschaftler:innen aus Mittweida erweitern das Profil des interdisziplinären Promotionszentrums mit den Bereichen Automation, digitale Fertigung, Lasertechnik und angewandte Informatik.

Professor Volker Tolkmitt, Rektor der HSMW, freut sich über die Allianz: „Das Promotionszentrum an unserer Partnerhochschule EAH Jena bringt schon im Wesen das Entscheidende mit: Zusammenarbeit macht erfolgreich! Das gilt für die Wissenschaft in unseren beiden Freistaaten und in der Folge für die Wirtschaft, die von angewandter Forschung an beiden Hochschulen direkt profitiert. Das Präsidium der EAH Jena mit ihrer vorläufigen Leiterin Professorin Kristin Mitte hat ein sehr gutes Fundament gelegt. Ich freue mich auf die gemeinsame Arbeit unserer Kolleg:innen, die dem wissenschaftlichen Nachwuchs neue Wege öffnet und einen Beitrag zur Entwicklung des Wirtschaftsstandorts Mitteldeutschland in wichtigen Zukunftsfeldern leistet.“

Gemeinsam stark für Industrie, Gesundheit und Gesellschaft

Das Promotionszentrum, dem vorerst für einen Zeitraum von acht Jahren beginnend vom 1. Oktober 2026 das fachlich begrenzte Promotionsrecht verliehen wurde, fokussiert sich auf Forschungsschwerpunkte in den Bereichen Technologien für Industrie, Gesundheit und Gesellschaft. Sie adressieren unter anderem Herausforderungen der Industriepartner, an denen beide Hochschulen technologieübergreifend und sich ergänzend zusammenarbeiten. Wissenschaftliche Erkenntnisse aus den Promotionsvorhaben fließen so direkt zurück in die Wirtschaft.

Die Schwerpunkte des Promotionszentrums der EAH Jena sind unter anderem die Forschungsfelder Photonik, ressourceneffiziente Fertigung, zukunftsorientierte Energiesysteme sowie Anwendungsfreundlichkeit im Gesundheitswesen. Die HSMW bringt ihre ausgewiesenen Forschungsschwerpunkte Lasertechnologien, Produkt- und Prozessentwicklung sowie Angewandte Informatik ein. Damit verfügt das Promotionszentrum nicht allein über eine größere Breite, vielmehr erschließt es in vielen Anwendungsfeldern Synergien.

Hohe Hürden

Der Entscheidung für die Errichtung des Promotionszentrum vorgelagert war ein mehrmonatiger Begutachtungsprozess, der die notwendigen, sehr hohen Ansprüche an exzellente Wissenschaft bestätigt hat. Denn die Qualität von Promotionen an Hochschulen für angewandte Wissenschaften muss denselben qualitativen Anforderungen genügen, wie sie an Promotionen der Universitäten gestellt werden.

Promovieren an der HSMW

Das fachbezogene Promotionsrecht an HAW wird in Deutschland schrittweise erweitert. Das Promotionszentrum an der EAH Jena ist ein solcher Schritt. Sachsen ist aktuell das einzige Bundesland, das noch keine gesetzliche Grundlage dafür geschaffen hat.

Dennoch gibt es an der HSMW – der mit über 6300 Studierenden größten HAW in Sachsen – derzeit rund 80 laufende Promotionsverfahren, die überwiegend kooperativ mit einer Universität durchgeführt werden.

Darüber hinaus hat die HSMW drei an einer Universität kooptierte Professoren, die dort eigenständig Promotionsverfahren durchführen: Dirk Labudde und Thomas Villmann an der TU Bergakademie Freiberg sowie Röbbe Wünschiers an der TU Dresden.

Über die Zusammenarbeit mit der EAH Jena eröffnet sich ein weiterer Weg für Promovend:innen aus Mittweida. Gleichzeitig entstehen für Forschende mit dem eigenständigen Promotionsrecht zusätzliche Vorteile im Wettbewerb um Forschungsmittel.